Über Höfner:

Höfner Geschichte

 

Karl Hofner
Karl Höfner

 

Karl Hofner
Karl Höfner at his workbench c1900


Walter Hofner
Walter Höfner 1950s

 

Hofner at Mohrendorf
The Mohrendorf Site 1948

 

Building Bubenreuth
Building Bubenreuth - 3rd extension c1956

 

Building Hagenau
Building the Hagenau factory c1964

 

Hofner
Beatles Like Basses from Franconia 1965

 

Hofner
Gerhilde Benker, Jimmy Raney, Christian Benker and Atilla Zoller 1970s

 

Hofner at Beijing
The factory at Beijing 2009

 

Die Firma Höfner wurde von Karl Höfner (1864-1955) gegründet, der bei Anton Schaller in die Geigenbau-Lehre ging. Karl Höfner gründete seine Werkstatt in Schönbach, dem damaligen Zentrum des europäischen Geigenbaus, wo er 1887 sine ersten eigenen Instrumente verkaufte. Schon bald genoß er einen exzellenten Ruf und lieferte hochwertige Instrumente nach Deutschland, Österreich-Ungarn, Rußland und in andere europäischen Länder. Nach dem ersten Weltkrieg traten seine beiden Söhne, Josef und Walter, in das elterliche Geschäft ein und begannen, das Exportgeschäft auf neue Märkte auszuweiten. Als Folge erlangte Höfner nicht nur in Europa, sondern weltweit den Ruf eines Herstellers für qualitativ hochwertige Streichinstrumente.

Das Angebot umfasste zu dieser Zeit bald auch Bratschen, Celli und Kontrabässe. Während der 30er Jahre begann das Unternehmen mit der Produktion von Gitarren. Die ersten Modelle waren Stahlsaiteninstrumente, bei denen Decke und Boden gewölbt waren (die Vorläufer der heutigen Archtop- bzw Schlaggitarren. Zu dieser Zeit Beschäftigte die Firma ca. 300 Heimarbeiter und 30 Mitarbeiter in der Firma.

Der 2.Weltkrieg schränkte die Exportmöglichkeiten drastisch ein, und Höfner wurde zwangsverpflichtet, Transportkisten und Schuhsohlen für die Armee herzustellen. Das Kriegsende bedeutete für die in Schönbach beheimatete  Streichinstrumentenindustrie einen nachhaltigen Umbruch, denn Schönbach wurde tschechisch und die deutschsprachige Bevölkerung wurde enteignet, mit der Folge, dass auch die Unternehmen vom tschechischen Staat vereinnahmt wurden. So wurde Höfner im Sommer 1945 von einem Staatlich eingesetzten Verwalter übernommen. Mit dieser Situation war die Familie Höfner natürlich alles andere als glücklich und beschloß, die Ausreise zu beantragen. In Westdeutschland angekommen, begann man 1948 in Möhrendorf (Bayern) das Geschäft von Grund auf wieder aufzubauen.

Die Bedingungen in Möhrendorf waren alles andere als perfekt, aber nichtsdestrtrotz arbeitete Höfner hart daran, die Produktion wieder aufzunehmen, und bald schon konnte man den Markt mit einer konstanten Produktion beliefern. Eine schwierige Zeit, an die sich Gerhilde Benker (die Tochter von Walter Höfner) Jahre später erinnerte: "Man konnte nichts kaufen, alles mußte im Warentausch gehandelt werden. Ein paar Schrauben gegen eine Glasscheibe zu Beispiel."
Walter und Josef Höfner suchten nach einer Möglichkeit, nicht nur eine neue Fabrik zu bauen, sondern darüber hinaus auch Wohnhäuser, in denen die Mitarbeiter und Heimarbeiter aus Schönbach wohnen könnten. Nach ausgiebigen Beratunen mit den politisch Verantwortlichen fand man ein neues Zuhause in Bubenreuth, einem kleinen Dorf, das offen war für die Idee, den ehemaligen Schönacher Geigenbau in den Gemeindegrenzen anzusiedeln. Am 20. Oktober 1949 war die Grundsteinlegung für die Bubenreuther Geigenbausiedelung, und Weihnachten 1950 wurde die neue Höfner-Fabrik eingeweiht.

Während er 50er Jahre erlangte das Unternehmen die alte Bedeutung zurück und exportierte wieder in alle Welt. Die alten Geschäftsbeziehungen zu den ehemaligen weltweiten Vertrieben füllte sehr bald wieder die Auftragsbücher. Als der musikalische Zeitgeist sich in den 50ern wandelte, wurde die Gitarrenproduktion und damit auch die Produktpalette ausgeweitet. Viele Gitarrenmodelle, die Höfner berühmt machten, entstanden zu dieser Zeit: die President, die Committee oder der Beatle Bass, um nur drei zu nennen. Die Absatz dieser Produktgruppe war gut und nachhaltig, aber keiner ahnte, was bald darauf kommen sollte - der Rock'n'Roll. Aus heiterem Himmel explodierte die Nachfrage nach Gitarren, und Höfner mußte die Firma in Bubenreuth erweitern. Das Gitarrengeschäft erreichte zu dieser Zeit 50% des Gesamtumsatzes, was keiner vorhergesehen hatte. 

Der aus den USA kommende Rock'n'Roll war der Geburtshelfer für tausende Beat-Gruppen in Europa, besonders in England, wo sich der Kulturschock am nachhaltigsten vollzog. Seit den frühen 1960ern hatte Höfner nicht nur Archtop-Gitarren, sondern auch Halbakustische Gitarren, Solidbodies und eine Vielzahl von Bässen produziert. Die Nachfrage war so hoch, daß Höfner nach einer Alternative zur Korpuslackierung suchte, denn es dauerte einfach zu lange, bis der Lack trocken war. Die Lösung war eine Ummantelung des Korpus mit bedruckter Vinylfolie. Höfner baute eine weitere Fertigungsstätte in Hagenau, um der Raumknappheit in Bubenreuth zu entgehen -obwohl auch der Gebäudekomplex in Bubenreuth dreimal erweitert wurde.

1961 kaufte ein junger Mann in einem Hamburger Musikgeschäft einen Höfner Bass mit der Modellbezeichnung 500/1. Nicht viel später veränderte er und die Gruppe, in der er spielte, die Musikwelt und machte sein Höfner-Instrument zum Kult. Dieser junge Mann ist -wie jeder weiß- Sir Paul McCartney, der Bassist der Beatles. Sir Paul benutzt seine Höfner-Bass nach mehr als 50 Jahren auch heute noch, wodurch der Höfner 'Beatle Bass' zu einem der weltweit bekanntesten Instrumente überhaupt wurde und bis heute produziert wird.

Als 1961 in England die Importbeschränkungen gegenüber Gütern aus den USA gelockert wurden, begannen die amerikanischen Gitarrenhersteller, Höfner Marktanteile wegzunehmen. Von 1965 bis 1970 wurden die Verkäufe immer weniger, und Höfner's Hauptvertrieb, die Firma Selmer, mußte schließen. Das war für Höfner allerdings kein Desaster, denn man widmete sich wieder intensiv der Produktion von Streichinstrumenten und verkauft diese verstärkt. Gerhilde Höfner heiratete Christian Benker, und emeinsam leiteten sie die Geschäfte in der 1970ern und 80ern. Diese Periode fiel in eine schwierige Zeit, denn der Wettbewerb aus Japan und China verstärkte sich, insbesondere für Schülerinstrumente. Gerhilde und Christian Benker taten ihr bestes, um Höfner's Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, aber der Druck von Niedrigpreisprodukten aus Asien machte Höfner in den 1990ern schwer zu schaffen.

Am 1. Januar 1994 wurde Höfner an die britische Unternehmen Boosey & Hawkes verkauft, in dessen Portfolio sich bereits mehrere Musikinstrumenten-Hersteller befanden. Eine dieser Firmen war der ebenfalls in Bubenreuth ansässige Streichbogenhersteller Paesold. 1995 wurden beide Firmen rechtlich unter dem Dach von Höfner zusammengeführt, behielten aber bis heute ihre Eigenständigkeit in Bezug auf die Produktion, die Produkte und den Vertrieb. Die nächsten 9 Jahre produzierte Höfner nach wie vor Musikinstrumente, aber es fällt schwer, diese Periode als die glücklichste in Höfner's Geschichte zu bezeichnen. Zwar gab es Investitionen der Mutterfirma, aber insgesamt fehlte die Innovationskraft, welche Höfner vor der Übernahme auszeichnete. 1997 wurde der inzwischen veraltete Gebäudekomplex in Bubenreuth aufgegeben und die Firma zog um in das 10 km entfernte Hagenau, wo sich bereits ein modernere Produktionsstätte befand, welche um einen Neubau erweitert wurde.

2003 entschied Boosey & Hawkes, ihre "Instrument Division" (zu der auch Höfner gehörte) an ein britisches Investment-Konsortium namens 'The Music Group'  (TMG) zu verkaufen. TMG bestand in dieser Form nur einige Monate, bis man beschloß, einzelne Firmen aus der "Instrument Devision" nacheinander wieder zu verkaufen. Das führte dazu, dass Höfner Ende 2004 an Klaus Schöller und seine Frau Ulrike Schrimpff verekauft wurde. Klaus war seit 1989 im Unternehmen und zum Schluß 'General Manager', während Ulrike die Position des Finanzvorstandes innehatte. Beide wurden während der Kaufphase von Graham Stockley und Rob Olsen begleitet.

In den Jahren nach dem Management-Buyout investierte Höfner verstärkt in seine Übersee-Produktionsstätte. Diese Niederlassung in Peking gehört zu 100% Höfner (ist also kein Joint-Venture) und hat alle Lizenzen der chinesischen Behörden, inkl. der Exportlizenz (als eine von wenigen Firmen in ausländischem Besitz sogar Grade-A Zertifizierungen). Höfner unternahm enorme Anstrengungen, die Niederlassung in Peking handwerklich und technisch auf das von Höfner angestrebte Qualitätsniveau zu bringen, was durch Investitionen in Vorrichtungen und Maschinen sowie dem ständigen Austausch von Personal zwischen China und Deutschland vorbildlich gelang. Heute werden bei Höfner in Peking Schüler-Instrumente gefertigt, während mittelpreisige und Meister-Instrumente nach wie vor in Hagenau gebaut werden.

Höfner blickt zuversichtlich in die Zukunft, da man nach wie vor ein offenes Ohr für die Bedürfnisse des Streichinstrumenten- und Gitarrenmarktes hat. Trotz der vielen Veränderungen, welche eine Firma im Laufe ihres 125-jährigen Bestehens erfährt, ist Höfner nach wie vor gut aufgestellt und als mittelständisches Familienunternehmen seinen Kunden, der Produktqualität und insbesondere den Mitarbeitern verpflichtet. Wie sagte es Graham Stockley, Produktmanager bei Höfner, so schön: "Wir stellen nur selten neues Personal ein, weil unsere Mitarbeiter alle langfristig bei uns bleiben und keiner weggeht".



(c) 2012 Karl Höfner GmbH & Co. KG, Hagenau - Germany